Homemade 6m-Transceiver



Angeregt durch den erfolgreichen Eigenbau meines KW-Transceivers und der hervorragenden DDS-Baugruppe von VU3CNS war der Schritt zum 50MHz-Gerät nur eine Frage der Zeit.
Das Band hat mich schon immer interessiert, ein 2-Element-Moxonbeam und ein Konverter waren schon längere Zeit für Empfangsversuche vorhanden.
Ich wollte das Rad nicht nochmals erfinden, eine klug durchdachte Schaltung hat der slowenische Funkamateur Aleksander Stare S57NAN im Internet beschrieben.
Sein Konzept schien mir gut geeignet, da die meisten verwendeten Bauteile vorhanden waren.
Die Schaltung habe ich geringfügig verändert -andere ZF und andere Senderkette.
In einem älteren SEMCO-Gehäuse konnte schließlich alles untergebracht werden.




Herzstück des Transceivers sind zwei Hochstrommischer vom Typ AD831, die multifunktional betrieben werden.Sehen wir uns dazu den Schaltplan an:



Die HF-Vorstufe ist mit einem Dual-Gate-Mosfet BF960 bestückt, geregelt wird er durch eine PIN-Diode und von zwei Mosfets beim Senden abgeschaltet.
Schon geht es weiter zum ersten Mischer, der nun als Empfangsmischer arbeitet. Seine Injektionsfrequenz kommt von der DDS-Baugruppe, die bei meiner gewählten ZF von 8MHz  42 - 44MHz bereitstellt und über die FET-Schalter geliefert werden. Diese Schalter haben eine wichtige Funktion, wie wir noch sehen werden.
Der weitere Verlauf ist schulbuchmäßig -  es folgt das 8MHz-Ladderfilter mit nur 4 Quarzen und hat eine ausreichende Bandbreite von 2,4KHz bei -6dB.
Anders als OM Aleksander habe ich einen zusätzlichen Breitband-ZF-Verstärker eingefügt, die Dämpfung des Filters verlangte dies.
Der zweite Mischer AD831 als Demodulator beschließt den HF-Teil. Die BFO-Frequenz erhält dieser auch über die FET-Schalter vom Trägeroszillator mit BF245 und BC550.
Die NF-Verstärkung sowie die Regelspannungserzeugung übernimmt ein rauscharmer OP, der bekannte LM380 bringt das ganze auf Lautsprecher-Niveau.

Beim Senden nun haben die beiden Mischer jeweils eine andere Funktion. Der Empfangsmischer arbeitet jetzt als Balance-Modulator - über die erwähnten FET-Schalter bekommt dieser jetzt die BFO-Frequenz aufgeschaltet - sowie die Niederfrequenz vom Mikrofonvorverstärker bestehend aus einem TL072.
Das DSB-Signal durchläuft nun wieder das Quarzfilter, wo das unerwünschte Seitenband abgetrennt wird.
Dieses wird dem zweiten AD831 zugeführt, der nun als Sendermischer arbeitet. Die FET-Schalter liefern diesem nun die VFO-Frequenz, das Produkt ist schon die gewünschte HF von 50MHz.
Nach dem einfachen Bandfilter beginnt schon die Senderkette, bestehend aus 2SC1973, 2SC1970, BLF242 und schließlich der Endstufe mit einem MRF150.
Bei 28V-Versorgung kann dieser bis zu 50W liefern, zwecks der besseren Kühlung habe ich den Output auf 25W begrenzt.
Die Stromversorgung ist mit im Gehäuse untergebracht, ein platzsparender SM-Kern-Trafo machte dies möglich.




Wie aus den beiden Bildern ersichtlich, sind die Bedienelemente schlicht gehalten. Auf die Tastatur für die direkte Frequenzeingabe habe ich verzichtet. Mit dem Step-Taster der DDS kann man auch größere Sprünge bewerkstelligen.
Die ersten QSOs waren vielversprechend - mit dem Moxon-Beam ist man bei Bandöffnung immer gut dabei. Sorge bereitete der erste Transistor der Senderkette. Sorgfältige Umdimensionierung der Bauteile um den 2SC1973 brachte jedoch Stabilität in den Sender. Der Empfänger erwies sich als sehr empfindlich bei relativ geringem Rauschen.
Ich hoffe man hört sich gelegentlich auf 6m.