Deutscher Kleinempfänger DKE38B






Nach den zahlreichen Varianten des Volksempfängers VE301 brachte die deutsche Radioindustrie ab 1938 ein weiteres Gemeinschaftsprodukt auf den Markt, den "Deutschen Kleinempfänger DKE". Bei einem Preis von 35.-- RM sollte das Gerät für Jedermann erschwinglich sein.
Viele dieser Geräte sind noch erhalten, wenn auch in den Händen von Sammlern. Und wenn dann mal ein sog. "Dachbodenfund" angeboten wird, dann meist zu Wucherpreisen. Diese Verkäufer wollen sich einen Kurzurlaub damit verdienen.

Ich hatte Glück, als ich eines geschenkt bekam. Besonderer Dank gilt Peter Rieder, der bei der Auflösung der Radiowerkstatt seines Großvaters mir neben einigen anderen Geräten und zahlreichen Röhren eine Batterieversion des DKE von NORA-Radio überließ.

Das Gerät war kaum verstaubt, die drei Röhren steckten noch in den Fassungen, lediglich die Rückwand fehlte.
Natürlich war der DKE nicht betriebsbereit - nahezu alle Kondensatoren mussten ersetzt werden. Die Röhren 2xKC1 und KL1 waren gottseidank heile geblieben.
Als Ersatz für die Rückwand konnte ich einen kunstlederüberzogenen Karton zurechtschneiden.



Innenansicht des restaurierten DKE38B

Der Betrieb mit Batterien ist natürlich nicht sinnvoll. Man benötigte damals einen 2V-Bleiakku sowie eine Anodenbatterie mit 90V, die zudem noch eine Anzapfung bei 6V für die Gittervorspannung haben musste.
Deshalb entwickelte ich dafür ein kleines Netzgerät, das die geforderten Spannungen liefert und leicht nachzubauen ist.


Schaltplan des Netzgerätes

Zur Schaltung des DKE. Die Audionstufe arbeitet mit der Batterietriode KC1, eine weitere übernimmt die NF-Vorverstärkung.
Die Regelung der Lautstärke erfolgt induktiv per Spulenkopplung. Die Endstufe ist mit der bekannten KL1 bestückt, die einen Freischwinger-Lautsprecher speist. Alle drei Röhren sind Versionen mit Europasockel, die meines Wissens nur für den DKE gefertigt wurden. Die K- Röhrenserie hatte nämlich schon den moderneren Aussenkontaktsockel.


Natürlich gab es den DKE auch für Netz-bzw. Allstrombetrieb mit dem berühmten Röhrensatz VY2 und VCL11. Die hier gezeigte Batterievariante war sicherlich nicht so häufig vertreten.
Interessant ist bei allen Modellen des DKE das Abstimmrad, das ohne zusätzlichen, aufwändigen Wellenschalter durch Weiterdrehen über das Skalenende hinaus auf den anderen Wellenbereich umschaltet.
Die weissen Skalenteilungen gelten für MW, die roten für die Langwelle.



DKE38B-Schaltung

Wie allgemein bekannt, sind die Empfangsleistungen des DKE nicht gerade berauschend, es sei denn, man verfügt über eine Hochantenne.
Abends auf Mittelwelle ist der Empfang trotz der NF-Leistung von nur rund 200mW allerdings lautstark und klar.
                                                            

Baujahr 1938
Geräte-Bezeichnung DKE38B
Wellenbereiche MW - LW
Röhrenbestückung KC1 - KC1 - KL1
Besonderheiten Batteriebetrieb 2V und 90V

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