Truppenempfänger K32BGW





Zahlreiche dieser Radioapparate für den Einsatz bei der Truppe wurden zwischen 1939 und 1945 gebaut. Der Siemens K32BGW ist insofern interessant, da er Allstrom-Netzbetrieb an 220V und Batteriebetrieb mit 1,2V und 120V ermöglichte.

Das Gerät stammt ebenfalls aus einer Werkstattauflösung, die Röhren fehlten und äußerlich mußte ich da Hand anlegen.
Die ursprünglich an den beiden Klapptüren angebrachten, damals üblichen nationalsozialistischen Symbole, wurden offensichtlich mühselig entfernt und das Holzgehäuse in Mitleidenschaft gezogen.
Das Chassis allerdings war erstaunlich gut erhalten, wie alle Geräte aus der ehemaligen Werkstatt Rieder in meinem Heimatort.

Nur die Bestückung der Röhren bereitete mir Kummer.
Der Empfänger war mit D-Röhren aus der deutschen Stahlröhrenserie, also DCH11, DF11, DAF11 und der Endröhre DL11 ausgestattet worden, als Gleichrichterröhre für den Netzbetrieb sah man eine UY11 sowie diverse Hochlastwiderstände vor.
Für die Umschaltung zwischen Netz-und Batteriebetrieb war auf dem Chassis ein vielpoliger Umschalter montiert.

Die UY11 hatte ich vorrätig, die Batterieröhren als zweiten Satz leider nicht. Die Nachbeschaffung schied schlichtweg aus Kostengründen aus.
Ein Schaltplan war schnell beschafft und da kam mir in den Sinn, aufgrund der weitgehenden Übereinstimmung der PIN-Belegungen das Gerät als Netzgerät mit E-Röhren der Stahlserie umzubauen.
Nach Entfernen aller unnötigen Teile und Abänderung einiger Widerstände entstand schließlich ein Netzempfänger mit ECH11, EF11, EBF 11 sowie EZ11 als Gleichrichter. Ein passender Netztrafo wurde auch gefunden, die Anodenspannung auf 100V festgelegt.

Für die Endröhre mußte eine russische 4SH1L auf Stahlröhrensockel umgebaut werden, die von mir zunächst auserwählte EL13 war zu hoch.
Der Ausgangsübertrager passte auch für diese Röhre, in die Heizleitungen mussten wegen der 4V-Heizung der 4SH1L Vorwiderstände gelegt werden.
Der Netztrafo wurde schließlich auf die Frontholztafel aufgeschraubt - Neuabgleich - fertig.



Innenansicht des umgebauten K32

Mit den 100V Anodenspannung arbeitet das Gerät voll zufriedenstellend, Die NF-Ausgangsleistung der 4SH1L erreicht um die 150mW. Mit dem guten Original-Lautsprecher ergab sich eine gute Wiedergabequalität.



Schaltung des umgebauten K32
                                    

Baujahr 1943
Geräte-Bezeichnung K32BGW
Wellenbereiche KW - MW - LW
Röhrenbestückung ECH11 - EF11 - EBF11 - EZ11 - 4SH1L
Besonderheiten ursprünglich für Netz-und Batteriebetrieb

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