500W KW-MOSFET-PA


Seit einigen Jahren bin ich nun mit dem Eigenbau-Transceiver und 50Watt auf nahezu allen KW-Bändern unterwegs. Innerhalb Europas verschafft man sich durchaus Gehör, es wird jedoch zunehmend schwieriger. Die berühmten ein bis zwei S-Stufen mehr können von Vorteil sein.
Das Projekt "Meinungsverstärker" drängte sich mir förmlich auf, aber welche Endstufe sollte es sein: Röhren-PA oder Halbleiter?
Als bekennender Röhrenliebhaber mußte ich schweren Herzens die Röhren-PA zu den Akten legen. Außer einer 4-1000 Tetrode von EIMAC mit 160W Heizleistung und 5KV Anodenspannung hatte ich keine passenden Röhren in der Kiste, um die angestrebten 500 W sauber erzeugen zu können.
Zudem ist der Bau einer Röhren-PA heutzutage eine verdammt teure Angelegenheit. Die Preise für Spezial-Drehkos, Schaltelemente etc. werden dermaßen überteuert  (HAM-Spirit?)  angeboten  - die Sache lohnt sich nicht.
Bauteile für Transistor-oder VMOS-Endstufen sind in den letzten Jahren immer preisgünstiger geworden und wenn man von der geringfügig besseren Signalqualität der Röhren-PA mal absieht, kann ich vom Eigenbau einer Endstufe mit Röhren nur abraten.

Die Würfel waren also gefallen!

Es entstand zunächst eine Prototyp-PA nach dem Muster von OM Arno DL9AH - eine HEX-FET PA mit 2x16 Stück IRF710 im Gegentakt und 100V Betriebspannung.
Diese war mühelos in der Lage, die in DL erlaubte Leistung von 750W auf allen Bändern zu liefern.
Leider kam es immer wieder zu unerklärlichen Ausfällen einzelner FET - irgendwann ist man des Austauschens müde, trotz der billigen IRF710.
Eine betriebsichere Endstufe war mein nächstes Ziel.

Echte V-MOS Leistungstransistoren wie MRF150 oder BLF177 von Valvo kosten um die €70.--/Stück - das Glück war auf meiner Seite, als ein Bastler 16 Stück ungeprüfte BLF177 bei Ebay zu einem unschlagbaren Preis anbot. Ich ging das Risiko ein -
letzlich war nur einer defekt!!

Die Planung konnte beginnen - die zusätzlich erforderlichen Bauteile beliefen sich auf ca. 240 €.
Heraus kam dabei eine betriebsichere Endstufe, bestehend aus zwei 250W-Eigenbaumodulen mit je zweimal BLF177, über Ein-und Ausgangs-Combiner zusammengeschaltet und 50V Betriebsspannung.
Die Verstärkung beträgt übrigens 21dB! - d.h. schon 4 Watt Ansteuerleistung ergeben die gewünschten 400-500Watt Output.
Ein nicht zu kleiner Lüfter sorgt dafür, daß die beiden Module keine Rauchzeichen abgeben. Bei Dauerbetrieb entsteht ordentlich Wärme, der Ruhestrom beträgt schon 1A pro Modul für AB-Betrieb.



Zwei dieser 200W- Module werden verwendet


Von den sog. Endstufenpäpsten wird zwar diese Methode der Leistungszusammenführung immer als unbrauchbar eingestuft, wenn man aber das Prinzip verstanden hat und die richtigen Bauteile auswählt, ist man erfolgreich.













Wie immer, stelle ich den Schaltplan hier zur Verfügung.



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